Für telc B2 musst du in der mündlichen Prüfung sichtbar mit deinem Partner arbeiten.
Ich zeige dir, was in der telc-B2-Mündlichprüfung bewertet wird und wie du in allen drei Teilen passend reagierst.
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KI-generiertFür die mündliche telc-B2-Prüfung reicht es nicht, Antworten vorzubereiten. Du musst zeigen, dass du mit deinem Partner sprechen, nachfragen und auf Unerwartetes reagieren kannst.
Ich bin zertifizierter telc-Prüfer und leite als Studienleiter ein Sprachinstitut auf den Philippinen. Fluedy ist kein Partner der telc gGmbH. Den offiziellen Überblick und den Übungstest gibt es auf der telc-Seite zu telc Deutsch B2. Dazu gibt es einen Text zum Wechsel von Goethe zu telc nach einem Fehlversuch (auf Englisch).
Die Prüfung verlangt spontane Interaktion im Paar
Die mündliche Prüfung ist eine Paarprüfung. Du wirst also zusammen mit einer Partnerin oder einem Partner geprüft, und die gesamte Prüfung dauert etwa 15 Minuten.
Am Anfang steht ein kurzes Kennenlernen von ungefähr einer Minute. Dieser Einstieg wird nicht bewertet. Danach kommen drei bewertete Teile: Über Erfahrungen sprechen, Diskussion und gemeinsam etwas planen.
Vor der Prüfung hast du 20 Minuten Vorbereitungszeit. In dieser Zeit darfst du dir Stichworte notieren, und diese Notizen darfst du später in der Prüfung verwenden.
In der Bewertung geht es um Aufgabenbewältigung. Dazu gehören in der mündlichen Prüfung deine Gesprächsbeteiligung, deine Strategien im Gespräch und deine Flüssigkeit.
Deshalb reicht es nicht, wenn du nur einzelne Antworten lernst. Du musst im Gespräch zeigen, dass du mit dem anderen zusammenarbeiten kannst und dass du auch dann weiterkommst, wenn das Gespräch nicht so läuft wie geplant.
Übe mit Partnern, aber lerne keinen Dialog auswendig
Ich rate dir, mit einem Partner zu üben. Schreibe euer Gespräch aber nicht vollständig auf, um es danach auswendig zu lernen.
In der Prüfung musst du spontan auf das reagieren können, was dein Partner sagt. Ein auswendig gelernter Dialog hilft dir nicht, wenn dein Partner eine unerwartete Antwort gibt oder eine andere Meinung hat.
Übe deshalb, deine Gedanken frei auszudrücken und natürlich zu reagieren. Achte darauf, dass du nicht an einer festgelegten Formulierung hängst, wenn dein Partner das Thema in eine andere Richtung lenkt.
Übe außerdem mit unterschiedlichen Partnern. In der Prüfung kannst du deinen Gesprächspartner nicht selbst auswählen. Manche Partner sind ruhig oder nervös, andere sprechen sehr viel. Du solltest lernen, mit verschiedenen Persönlichkeiten ein erfolgreiches Gespräch zu führen.
Bereite dir Redemittel für schwierige Gesprächssituationen vor
Zur mündlichen Prüfung gehört auch, dass du mit schwierigen Gesprächssituationen umgehen kannst. Du brauchst dafür Kompensations- und Kommunikationsstrategien, weil diese in der Bewertung der Aufgabenbewältigung mitzählen.
Bereite dich auch auf schwierige Gesprächssituationen vor:
- Was kannst du sagen, wenn du deinen Partner nicht verstehst?
- Was kannst du tun, wenn dein Partner dich nicht versteht?
- Wie kannst du dich beteiligen, wenn dein Partner zu viel spricht?
- Wie kannst du einen Partner unterstützen, der nur wenig spricht?
- Wie kannst du dich selbst verbessern, wenn du einen Fehler bemerkst?
Solche Situationen solltest du vorher durchdenken. Überlege dir dafür passende Redemittel, zum Beispiel zum Nachfragen oder zum Klären von Missverständnissen.
Hilfreiche Redemittel sind:
- „Entschuldigung, könntest du das bitte noch einmal erklären?“
- „Könntest du das bitte anders formulieren?“
- „Habe ich dich richtig verstanden, dass …?“
- „Ich würde gern noch etwas dazu ergänzen.“
- „Darf ich kurz etwas dazu sagen?“
- „Was denkst du darüber?“
- „Anders gesagt meine ich, dass …“
Diese Formulierungen helfen dir nicht nur beim Verstehen. Du kannst damit auch Redeanteile steuern, Missverständnisse klären und das Gespräch wieder in Gang bringen.
Teil 1 braucht freie, laute Vorbereitung mit Zeitgefühl
Teil 1 kannst du schon zu Hause vorbereiten. In diesem Teil sprichst du etwa anderthalb Minuten über deine Erfahrungen mit einem Thema, danach stellt dein Partner Fragen dazu.
Bereite deinen Beitrag nicht nur im Kopf vor. Sprich ihn laut aus. Verwende dabei einen Timer, damit du ein realistisches Gefühl für die verfügbare Zeit bekommst.
In der Prüfung sprichst du vielleicht etwas langsamer, machst mehr Pausen oder verwendest wegen der Nervosität häufiger Füllwörter wie „ähm“. Plane deshalb beim Üben einen Zeitpuffer von ungefähr zehn Sekunden ein. So gerätst du nicht in Panik, wenn du in der Prüfung etwas mehr Zeit zum Formulieren brauchst.
Achte in Teil 1 auch auf die Form der Antwort. Die Teilnehmenden sollen hier frei sprechen und keine auswendig gelernten Texte vortragen. In der Prüfung sollst du frei sprechen und keinen auswendig gelernten Text vortragen.
Teil 2 lebt von wenigen starken Textstellen und echtem Zuhören
In Teil 2 diskutiert ihr über ein Thema auf der Grundlage eines Textes. Diesen Text habt ihr beide in der Vorbereitungszeit gelesen.
Du musst nicht jedes Detail des Textes wiedergeben oder besprechen. Markiere lieber zwei oder drei Textstellen, die dir besonders auffallen und mit denen du arbeiten willst.
Wähle beispielsweise Aussagen:
- denen du deutlich zustimmst,
- denen du widersprichst,
- die du überraschend findest,
- oder die dich an eine persönliche Erfahrung erinnern.
Nutze diese Textstellen als Ausgangspunkt, um deine eigene Meinung zu äußern und zu begründen. Es ist wichtiger, deine Gedanken gut zu entwickeln, als den gesamten Text zusammenzufassen.
Höre deinem Partner aktiv zu. Warte also nicht einfach darauf, dass du an der Reihe bist, und gehe danach nicht sofort zum nächsten Stichpunkt über. Greife etwas auf, das dein Partner gesagt hat, und verbinde damit deinen nächsten Gedanken.
Hilfreiche Formulierungen sind:
- „Du hast gerade gesagt, dass … Dazu möchte ich noch ergänzen, dass …“
- „Da stimme ich dir zu. Ein weiterer wichtiger Punkt ist …“
- „Ich sehe das etwas anders, weil …“
- „Das ist interessant. In diesem Zusammenhang sollten wir auch über … sprechen.“
- „Dein Beispiel zeigt, dass …“
- „Daran anschließend möchte ich noch erwähnen, dass …“
Dadurch wirkt das Gespräch natürlicher. Gleichzeitig zeigst du, dass du deinem Partner zuhörst und angemessen auf seine Aussagen reagieren kannst.
Teil 3 zeigt, ob du Vorschläge entwickelst und verhandelst
In Teil 3 plant ihr gemeinsam etwas, zum Beispiel einen Ausflug, eine Party oder eine Reise. Dabei sollst du auf die Vorschläge des anderen reagieren und das Gespräch zusammen weiterführen.
Stimme nicht bei jedem Planungspunkt einfach nur zu oder widersprich, bevor du sofort zum nächsten Punkt übergehst.
Zeige den Prüfern, dass du:
- zustimmen,
- höflich widersprechen,
- teilweise zustimmen,
- einen Vorschlag machen,
- deinen Vorschlag begründen,
- einen Gegenvorschlag machen,
- verhandeln,
- und einen Kompromiss finden kannst.
Außerdem muss hörbar werden, dass du:
- aufmerksam zuhören,
- spontan reagieren,
- nachfragen,
- etwas erklären,
- gemeinsam planen,
- verhandeln,
- und das Gespräch aktiv weiterführen kannst.
Wenn dein Partner zum Beispiel vorschlägt, dass ihr euch um 17 Uhr trefft, solltest du nicht nur sagen:
„Ja, das ist gut.“
Eine stärkere Antwort auf B2-Niveau wäre:
„Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass wir uns besser am späten Nachmittag treffen sollten. Könnten wir uns aber vielleicht erst um 19 Uhr treffen? Ich arbeite bis 17 Uhr und brauche danach noch etwas Zeit, um nach Hause zu fahren und mich vorzubereiten.“
Mit dieser Antwort stimmst du grundsätzlich zu, nennst eine Einschränkung, gibst eine Begründung und machst einen Gegenvorschlag. Das solltest du auch dann schaffen, wenn das Gespräch anders verläuft, als du es beim Üben erwartet hast.


